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Die Schweiz - History


Die Schweiz History

Die ersten Bewohner im Gebiet der heutigen Schweiz waren Helvetier, Angehörige eines keltischen Stamms. Im Jahre 107 v.Chr. kamen die Römer über den St. Bernhard in die Region, konnten aber auf Grund des schwierigen Terrains nie richtig Fuß fassen. Sie wurden schließlich von den germanischen Alemannen zurückgedrängt, die sich ab dem 5. Jahrhundert hier niederließen. Unter dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation wurde das Territorium der heutigen Schweiz 1032 zwar etwas enger zusammengefasst, jedoch blieb der Verbund auch weiterhin sehr locker. Das änderte sich mit den Habsburgern, die im Laufe der Zeit zur mächtigsten Dynastie in Mitteleuropa aufstiegen. Die habsburgische Expansion wurde besonders von Rudolph I. vorangetrieben, der es verstand, die zerstrittene Aristokratie unter seiner Herrschaft zu vereinen; die Habsburger erlangten zwischen 1250 und 1300 im Norden und Osten der heutigen Schweiz die Vorherrschaft.

Nach dem Tode Rudolphs I. im Jahre 1291 witterten einheimische Führer die Chance zur Unabhängigkeit. Ihr Beistandspakt, der "Ewige Bund", gilt als Ursprung der Schweizerischen Eidgenossenschaft und ihr Kampf gegen die Habsburger ist in der bekannten Legende von Wilhelm Tell verewigt worden. Durch frühe Erfolge ermutigt, entwickelten die Schweizer bald selbst einen Geschmack für territoriale Ausdehnung und erlangten schließlich von Kaiser Maximilian I. im Jahre 1499 die Unabhängigkeit. 1515 nahmen sie es gar mit den vereinten Streitkräften der Franzosen und Venetianer auf, mussten jedoch bald erkennen, dass sie mit den Großmächten und deren überlegenen Truppen nicht mithalten konnten - man legte die Expansionspolitik ad acta und erklärte die Neutralität.

Im 16. Jahrhundert verursachte die Reformation in ganz Europa Umwälzungen. Die protestantischen Lehren Luthers, Zwinglis und Calvins verbreiteten sich auch in der Schweiz sehr schnell, obwohl ihr Zentrum katholisch blieb. Während das restliche Europa sich im Dreißigjährigen Krieg untereinander bekämpfte, schlossen sich die Schweizer fester zusammen und hielten sich von den Auseinandersetzungen fern. Am Ende des Kriegs wurde die Schweiz im Westfälischen Frieden von 1648 völkerrechtlich als neutrales und unabhängiges Land anerkannt. Trotzdem marschierten republikanische französische Truppen 1798 in die Schweiz ein; als Gegenreaktion wurde die Helvetische Republik als demokratischer Einheitsstaat gegründet. Die Schweizer jedoch konnten sich mit einer derart zentralisierten Staatsform nicht anfreunden. Schließlich musste Napoleon nach der Niederlage gegen die Briten und Preußen bei Waterloo das Feld räumen. Auf dem nachfolgenden Wiener Kongress von 1815 wurden die Unabhängigkeit und immer währende Neutralität der Schweiz garantiert.

Im Jahre 1848 verabschiedete man eine neue föderative Verfassung, die in ihrer grundsätzlichen Form auch heute noch in Kraft ist. Bern wurde zur Bundeshauptstadt ernannt und die neu eingerichtete Bundesversammlung hatte sich um die Belange des Bundes als Gesamtheit zu kümmern. Die Schweiz konnte sich nun auf wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten konzentrieren. Es entwickelten sich vor allem Industrien, in denen gut ausgebildete Arbeitskräfte benötigt wurden. Zudem baute man ein Eisenbahn- und Straßennetz, das zuvor unzugängliche Regionen erschloss und den Fremdenverkehr förderte. Das Jahr 1863 steht für die Gründung des Roten Kreuzes in Genf und die Einführung der Schulpflicht bei kostenlosem Schulbesuch.

Auch im 20. Jahrhundert haben die Schweizer ihre Neutralität streng behütet. In den Ersten Weltkrieg waren sie nur verwickelt, indem sie Rot-Kreuz-Einheiten organisierten. Aber schon im Zweiten Weltkrieg spielten die Schweizer eine weit weniger unschuldige Rolle: Die Banken des Landes fungierten als Geldwäscher für das Deutsche Reich. Der gedämpfte Antisemitismus der Schweiz zeigte sich in der Tatsache, dass man die Grenzen für jüdische Flüchtlinge schloss, obwohl man sich im Klaren darüber war, welches Schicksal diese Menschen nach ihrer unfreiwilligen Rückkehr erwarten würde. Während das restliche Europa in den Nachkriegsjahren einen schmerzhaften Prozess des Wiederaufbaus durchlief, konnte die Schweiz ihre ohnehin starke Position als Handels-, Finanz- und Industrienation weiter ausbauen. Zürich entwickelte sich zu einem internationalen Finanz- und Versicherungszentrum und viele internationale Organisationen und Behörden wie die Weltgesundheitsorganisation schlugen ihr Hauptquartier in Genf auf.

Aus Angst vor einer Beschneidung ihrer Neutralität lehnte es die Schweiz lange Zeit ab, Mitglied der Vereinten Nationen zu werden. Aus gleichem Grund hat das Land erst im März 2002 per Volksentscheid den Beitritt zur NATO beschlossen. Die Schweiz gehört immerhin der Europäischen Freihandelsorganisation (EFTA) an und da immer mehr EFTA-Mitglieder einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Europäischen Gemeinschaft stellten, folgte die Schweiz 1992 diesem Beispiel. Der erste Schritt in Richtung einer Vollmitgliedschaft in der EG sollte der Beitritt der Schweiz zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) sein, da machte die Bevölkerung einen Strich durch die Rechnung - als sie in einem Referendum im Dezember 1992 den Beitritt zum EWR ablehnte, brach die europafreundliche Regierungspolitik erst einmal in sich zusammen. Seitdem liegt der Schweizer Antrag bezüglich einer Aufnahme in die Europäische Union auf Eis. Jedoch haben die Schweizer Regierungen in der Zwischenzeit weiter daran gearbeitet, Grundlagen für eine engere Integration der Schweiz ins restliche Europa zu schaffen. In 2001 wurde das Jahr von einer Serie tragischer Ereignisse erfasst: die stolze Swissair ging unerwartet und schamerfüllt Pleite, tödlicher Unfall im Sankt-Gotthart-Tunnel, Flugzeugabsturz bei Zürich, Erschiessung von Stadtabgeordneten in Zug durch einen Amokläufer.



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