World Travel Guides


Miami - History


Miami History

Im Jahre 1895 wurde fast der gesamte Norden Floridas von einer Rekordkältewelle heimgesucht, genau dort, wo die Züge des Eisenbahnmagnaten Henry Flagler tausende gut betuchter Winterflüchtlinge aus dem Norden ausspuckten, die hier in seinen Hotels und Ferienanlagen Erholung suchten. Der Frost zerstörte die Ernte der Zitrusfrüchte, während die Urlauber in Scharen vor der Kälte flohen. Julia Tuttle, die in der Gegend des heutigen Miami ausgedehnte Ländereien besaß und Flagler schon einmal ein Beteiligungsangebot unterbreitet hatte für den Fall, dass dieser seine Bahnlinie bis in den äußersten Süden verlängern sollte, ging in ihren Garten, schnitt ein paar Blumen ab und schickte sie Flagler. Dieser machte sich unverzüglich auf den Weg nach Süden, um sich persönlich von den angenehmen Temperaturen zu überzeugen.

Was er zu sehen bekam, war ein tropisches Paradies. Flagler und Tuttle wurden sich einig, und der Tycoon kündigte an, seine Eisenbahnlinie zu verlängern. Daraufhin machten sich mehrere tausend Menschen, darunter Zitrusbauern, aber auch Ärzte und Kaufleute, deren Existenz durch die große Kältewelle zerstört worden war, auf den Weg nach Süden, um an dem Aufschwung teilzuhaben, den die Region in der Folge erleben sollte. Der erste Personenzug traf am 22. April 1896 an der Südspitze Floridas ein. Im gleichen Jahr wurde die Stadt Miami gegründet, und eine rasante Entwicklung nahm ihren Lauf. Seinen Höhepunkt erreichte der Aufschwung zunächst während des Ersten Weltkriegs, als das US-Militär hier ein Pilotenausbildungszentrum errichtete.

Nach dem Ersten Weltkrieg erlebte Miami seinen ersten großen Wirtschaftsboom (1923-1925), den die Stadt nicht nur ihrer idyllischen Strandlage und dem wunderschönen Wetter zu verdanken hatte, sondern ebenso dem Glücksspiel und der Tatsache, dass die Prohibition hier nie richtig ernst genommen wurde. Obwohl der Alkohol in den USA verboten war, floss er in Miami uneingeschränkt auch während der gesamten Ära der Prohibition.

Die wirtschaftliche Blüte fand jedoch schon bald ein jähes Ende durch einen verheerenden Hurrikan, unmittelbar gefolgt von einer Rezession in ganz Florida und einer landesweiten Wirtschaftskrise. Mitte der 30er Jahre gab es noch einmal eine kleinen Aufschwung, der in der Errichtung der berühmten Art-déco-Gebäude Miamis seinen Niederschlag fand. Diese einigermaßen von Wohlstand geprägte Periode dauerte bis 1942 an, als ein deutsches U-Boot vor der Küste Floridas einen amerikanischen Tanker versenkte. Im Zuge der darauf folgenden Hysterie wurde der gesamte Süden Floridas zu einem einzigen riesigen Militärstützpunkt, Truppenübungsplatz und Ausbildungscamp umgestaltet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten viele Soldaten, die in Florida ausgebildet worden waren, nach Miami zurück, um sich dort niederzulassen, so dass die Stadt an ihren Vorkriegswohlstand anknüpfen konnte. In den 50er Jahren erlebte Miami Beach einen weiteren Boom und erhielt den Beinamen 'Kuba Amerikas'. Glücksspieler und Gangster strömten in Scharen nach Florida, angelockt von Miamis Spielkasinos und der geografischen Nähe zu dem von Vergnügen, Sonne und Kurzweil geprägten Kuba unter Staatschef Batista. Nachdem Fidel Castro der Party in Kuba 1959 mit seinem Putsch ein jähes Ende bereitete, wuchs der Anteil der Exilkubaner an der Bevölkerung Miamis rapide an.

Im Jahre 1965 spülten die täglich verkehrenden 'Freiheitsflüge' zwischen Miami und Havanna über 100 000 kubanische Flüchtlinge nach Florida. Es entwickelten sich Spannungen zwischen Exilkubanern und der afroamerikanischen Bevölkerung Miamis, die in ein nördlich der Innenstadt gelegenes Viertel mit der Bezeichnung Colored Town umgesiedelt wurde. Es kam zu Unruhen, vereinzelten bewaffneten Auseinandersetzungen und Gewaltaktionen durch Straßengangs. Ende der 70er Jahre öffnete Fidel Castro die Schleusentore und gewährte allen Ausreisewilligen Zugang zu den Docks des kubanischen Hafens Mariel. Die größte jemals in Friedenszeiten ausgesandte Flotte bestand praktisch aus allem, was schwimmfähig war und Aussichten bot, die 145 km zwischen Kuba und Florida heil überbrücken zu können. Das Ereignis ging als 'Mariel Boatlift' in die Geschichte ein und brachte weitere 150 000 Kubaner nach Florida (darunter 25 000 Strafgefangene und Psychiatrie-Patienten). Die daraus resultierende Belastung für die Wirtschaft, Logistik und Infrastruktur Südfloridas führte zu einer erneuten Verschärfung der immer noch schwelenden Spannungen zwischen den ethnischen Gruppen, die schließlich am 17. Mai 1980 eskalierten, als fünf weiße Polizisten, die angeklagt waren, einen schwarzen Verdächtigen in Polizeigewahrsam zu Tode geprügelt zu haben, von einem ausschließlich aus weißen Mitgliedern bestehenden Schwurgericht freigesprochen wurden. Nach der Urteilsverkündung kam es in ganz Miami zu schweren Rassenunruhen, die drei Tage lang andauerten.

In den bewegten 80er Jahren erwarb sich Miami den zweifelhaften Ruf als wichtigster Umschlagplatz an der Ostküste für Rauschgift und als Zentrum der mit dem schmutzigen Geschäft verbundenen Geldwäsche. Die überall in Miami wie Pilze aus dem Boden schießenden Geschäfte und Neubauten verliehen der Innenstadt ein völlig neues Gesicht. Währenddessen befand sich die sich rapide wandelnde Stadt fest in der Hand der Drogenschmuggler, Schießereien unter den Kokain-Cowboys und Bandenmorde waren an der Tagesordnung. Fieberhaft arbeiteten Polizei, Küstenwache, Drogenbekämpfungsbehörden, Grenzpatrouillen und das FBI zusammen, um im Kampf gegen das Rauschgift nicht den Anschluss zu verlieren. Und dann geschah es: Miami Vice.

Die Fernsehserie um zwei Drogenfahnder in pastellfarbenen Luxusklamotten, die in einem Ferrari und Millionen Dollar teuren Motorbooten durch Südflorida jagten, katapultierte Miami Beach Mitte der 80er Jahre schlagartig ins internationale Rampenlicht. Der schicke Look, der Soundtrack und die videoclipartigen Schnittfolgen glorifizierten das Leben der Reichen im Sunshine State und sorgten schon bald für einen erneuten Besucherzustrom. Gegen Ende der 80er war Miami Beach endgültig in die internationale Fabelwelt aufgestiegen. Stars errichteten ihr Domizil in der Stadt, aus der ganzen Welt kamen die Fototeams zu Aufnahmen nach Florida, und der Art Deco District wurde dergestalt restauriert, dass sich Miami plötzlich als Trendsetter und Vorzeigestadt der Modewelt präsentierte.

Der Süden Floridas reitet noch immer auf einer Erfolgswelle, die inzwischen bereits seit mehreren Jahren andauert. Auch Hurricane Andrew vermochte 1992 die Tourismusindustrie, den wirtschaftlichen Eckpfeiler der Stadt, nicht entscheidend zu schwächen. Ungeachtet mehrerer, von großem Medieninteresse begleiteter Verbrechen an Urlaubern im Jahre 1993 nimmt Miami bei den internationalen Touristen nach Los Angeles und New York inzwischen den dritten Rang auf der Beliebtheitsskala der amerikanischen Städte ein.



Hosting by: Linux Hosting
Travel Guides | Guides Site Map | Indian restaurant | Daily deals
© WorldGuides 2017. All Rights Reserved!